Montenegro

Herceg Novi – Grahovo – Vilusi – Trubjela – Niksic – Vidrovan – Savnik – Redice – Kolasin – Nationalpark Biogradska Gora – Mojkovac – Kolasin – Hauptstadt Podgorica – Bijelo Polje – Virpazar – Nationalpark Skadarsko Jezera – Izletiste Murici – Grenübergang zu Albanien in Vilgar –Albanien Stadt Shkoder

Link zu unserer Reisestrecke:

http://www.easymapmaker.com/map/b3075d361746d03d3c50fa406d45fb13

Montenegro gehörte 90 Jahren zu Jugoslawien. Seit 2006 ist es ein unabhängiger Kleinstaat. Das Durchschnittseinkommen pro Kopf und Jahr beträgt rund $ 7400.00. Das Land wird gemäss EDA als stabil bezeichnet. Die Handelswährung ist der Euro. Versuchter Tourismus an der Küste. Richtung Inland in den Bergen ist man für sich alleine. Viel Wald und dünnbesiedeltes Gebirgsland. Tara Schlucht gilt als die tiefste Schlucht in Europa.
Wir überkehren die Grenze von Kroatien nach Montenegro bei Debeli Brijeg in der Nähe der Ortschaft Herceg Novi. Wir haben keine Strassenkarte von Montenegro, deshalb haben wir uns einen Plan zugelegt. Zuerst einmal einreisen, dann in der ersten Stadt parken, zur ersten Bar wandern, ein Bier trinken und eine Zigarette rauchen. Dann die Leute beobachten und den Kellner um die wichtigsten Wörter in der Landessprache fragen. Soweit so gut………
Es fing schon beim Parkieren an. Es ist das Land der VW Golf 1 , Golf 2 und Golf 3 Fahrer. Wahrscheinlich sind 90 % der exportierten Golfs in Montenegro gelandet. Leider sind auch die Parkverhältnisse dementsprechend knapp bemessen. VW Golf 1 ist wahrscheinlich rund 4 Meter lang und unser Zebra mit den Fahrrädern rund 6 Meter. Der Verkehr chaotisch und nicht mit Kroatien zu vergleichen. Aha, ein gelbmarkierter Parkplatz. Wir fragen einen Taxichauffeur…soweit wir ihn verstanden haben, könnten wir den wagen dort stehen lassen. Das Bier und die Zigarette schmeckten gut! Das mit den Strassenkarten einfach so kaufen erwies sich als schwieriger als gedacht. Nach langem Suchen fanden wir in einem Secondhandladen eine neuwertige, plastifizierte Strassenkarte. Freude herrschte! Nach rund 2 Stunden zurück zum Fahrzeug….was klebt an der Windschutzscheibe??? Eine Parkbusse in der Höhe von Euro 10.00 ausgestellt auf unser Kennzeichen…aber Fahrzeug Skoda statt Mazda! Dass Skodas Pick ups baut ist uns neu. Aber egal, wir lassen und die Freude nicht nehmen und stecken die Busse ein. Mal schauen was wir damit machen werden….
Wunderschön! Das Land hat keine einzige Autobahn! Es gibt Hautverbindungsstrassen die gut sind. Dann Nebenstrassen, die schon teilweise krass sind und dann noch die Schotterpisten! Mit einem Wohnmobil empfehlen wir nur die Hauptstrassen. Die Nebenstrassen sind eng und die teilweise 10 cm tiefen Löcher machen das Ausweichen fast unmöglich.
Wir beschlossen, die Küstengegend zu verlassen und in die Berge im Osten zu fahren. Die Tankstellen sind rar. Deshalb tankten wir noch in der Stadt unser Fahrzeug. Wir haben gerade nur neun Tankstellen auf unserer Route angetroffen. Offizielle Campingplätze sind nur in der touristischen Küstenregion zu finden.
Was sich auch als schwierig erwies, war, einen Einkaufsladen zu finden. Viele Dörfer bestehen nur aus einzelnen Häusern, ohne einen Dorfkern. In den Minimarkets gab es nur das Nötigste. Für uns reichte es aus und deshalb versuchten wir immer, in den kleinen Läden einzukaufen, um den Menschen direkt etwas zu helfen. Die Menschen in den Dörfern begrüssten uns immer freundlich und wohlwollend.
Es war schon späterer Nachmittag, als wir beschlossen, ein Nachtlager zu suchen. Plötzlich entdeckten wir am rechten Strassenrand ein kleines Schild….Camping Riverside. Wir wendeten und fuhren über eine grüne Wiese zu einer als Bar umgebauten Scheune. Wow! Eine sichere Nacht auf einer grünen Wiese für € 10.00 inkl. Strom Toilette, Dusche und 2 Willkommensbiere. Als kleines Dankeschön schenkten wir dem Besitzer eine unserer Sonnenbrillen.
Wir entschieden uns für den Nationalpark Biogradska Gora. Die Anfahrt war ein tolles Erlebnis. Für einen Pass von 40 Kilometern mit engen Kurven, mit Ziegen, Kühen, Eseln und Schlangen auf der Strasse, tiefen Schlaglöchern, einer Schafherde und Schnee (!) brauchten wir rund 2.5 Stunden. Die Anfahrt war toll, der Nationalpark enttäuschte uns. Überall lag Müll herum, alles war am Zerfallen und die Beschilderung der Wanderwege oder Aktivitätsmöglichkeiten war eigentlich überhaupt nicht vorhanden.
Wir übernachteten die restlichen Tage irgendwo in den Bergen. Richtung Süden fuhren wir durch die Hauptstadt von Montenegro, Podgorica. Wir tippten das Touristenbüro in unser Navi ein. Der Verkehr war krass. Alle fuhren irgendwie drauflos, offizielle Regeln gibt es wohl nicht. Am Rand parkten bis zu drei Reihen. Aber sogar in der Hauptstadt wurden wir von den Menschen herzlichst begrüsst. Bei Signalampeln mussten wir bei heruntergekurbelten Fensterscheiben versuchen, die Fragen zu beantworten. Die Stadt lebte! Aber das Touristenbüro war nur noch eine Bruchbude. Gemäss einer Einheimischen seit einigen Monaten geschlossen, weil es zu wenig Touristen gibt.
Richtung Süden trafen wir auf einen Köhler. Einige von euch kennen den Beruf wahrscheinlich gar nicht mehr. Bei uns in der Schweiz kann man diese Art von Holzkohleherstellung im Ballenbergmuseum besichtigen. Hier ist es noch eine angesehene Tätigkeit.
Wir empfanden die schwierige Verständigung mit den Menschen als grossen Nachteil. Wir lernten die wichtigsten Wörter und Sätze in der Landessprache, leider scheiterte aber unser Wissensdurst oft an den mangelnden Sprachkenntnissen. Die Bevölkerung spricht sehr wenig Englisch, andere uns bekannte Sprachen gar nicht. In der Küstenregion schlägt man sich mit Englisch durch, in den Bergen funktioniert dies nicht. So mussten wir des öftern Hände und Füsse für die Verständigung gebrauchen.
Wir erreichten den Nationalpark Skadarsko Jezero mit dem grössten Süsswassersee von Europa. Wir fuhren westlich um den riesigen See. Atemberaubende Aussicht, autofreie Strassen, keine Menschenseele…aber viele kleine Schildkröten. Barbara wurde als tapfere Schildkröten-Retterin ins Amt gerufen und half den kleinen Tieren sicher über die Strasse. Auf dem privaten Platz von Hasan in Izletiste Murici, direkt am See, fanden wir eine tolle Möglichkeit, die restlichen Tage in Montenegro zu geniessen.
Tipps:
< Wunderschöne gut befahrbare Strecke von Herzeg Novi nach Niksic.
< Campingplatz Riverside bei dem Dorf Vidrovan in der Nähe von der Stadt Niksic
< Wunderbare Bergstrecke von Savnik nach Kolasin.
< Nationalpark Skadarsko Jezero schön. Strasse von Nord-Westen Richtung Süden benutzen. Campingplatz Izletiste in Murici, Hasan. Achtung: Viele Schildkröten und Schlangen auf der Strasse
< Immer tanken in Bergen wo man eine Tankstelle findet.
< Grenzübergang Vilgar. Klein aber effizient.

Preise:
< 0.5 Liter Bier im Restaurant € 1.10
< Zigarettenpackung € 1.60
< 1 Liter Diesel € 1.19
< 10 kg Kartoffeln € 4.00
< Camping inkl. Strom € 10.00

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