Weihnachten in Belize

• Fläche:  23’000 km2 vs. Schweiz 41‘000 km2
• Einwohner: 328’000 vs. Schweiz 8.3 Mio
• 14 Einwohner pro km2 vs. Schweiz 200 Einwohner
• Bruttoinlandprodukt pro Kopf: $ 4’000 vs. Schweiz $ 81‘000.00

Link zu unserer Reisestrecke:

http://www.easymapmaker.com/map/28470662618a4b7e575459e8e1d3e6bb

Endlich ein Land das kleiner ist als die Schweiz! Dennoch befinden wir uns hier regelmässig alleine auf den Strassen. Die Bevölkerungsdichte ist einfach zu gering, dass man einander auf die Füsse tritt. Das Riff vor Belize ist nach dem Great Barrier Reef in Australien das zweitgrösste Korallenriff der Welt. Die Artenvielfalt des Landes ist im Wasser und auf dem Land beeindruckend.

Leider ist das Land mit rund 85% des Bruttoinlandprodukts so stark verschuldet, dass es fast keine wirtschaftliche Leistung gibt. Rund ein Drittel der Bevölkerung lebt in grosser Armut.

Die Mennoniten und die Chinesen halten das Land einigermassen über Wasser. Die Mennoniten sind eine evangelische Freikirche. Die Vorahnen kamen aus Deutschland und Holland. Noch immer sprechen die Mennoniten Deutsch. Die Landwirtschaft wird massgeblich von den Mennoniten betrieben. Somit kann man sagen, dass die „Deutschen“ rund 20 % des Bruttoinlandprodukts und über 60 % der Exporte erwirtschaften und jeder dritte Einwohner arbeitet irgendwie für die Mennoniten.

Der zweite starke Arm sind die Chinesen. Jeder Einkaufsladen und viele Restaurants sind in chinesischem Besitz. Es ist erstaunlich, wieviel die Chinesen erreicht haben. Im Jahre 1865 sind 470 Chinesen in Belize eingetroffen. Harte Arbeit und Disziplin führten zum Erfolg. Wie sich die einheimische Bevölkerung allerdings diese Lebensmittel leisten können, ist uns ein Rätsel. Da die Chinesen ein Monopol haben, sind die Preise gleich hoch wie in Deutschland.

Uns gefällt Belize, es hat das karibische Flair! Von überallher hört man Reagge Musik, die Leute winken einem zu, alle lachen und singen und tanzen. Wir sind froh, die Weihnachtszeit hier verbringen zu können. Am 24. Dezember trafen wir auf einen Schweizer, der mit einer grossen Segeljacht unterwegs ist. Spontan verbrachten wir drei den heiligen Abend auf seiner Jacht, mit guter Musik, Weisswein und Snacks. Vielen Dank Urs, hat uns sehr gefallen!

Weihnachten war etwas speziell. Wir beschlossen am 25. Richtung Süden zu fahren, in ein kleines Dorf direkt am Meer. Die Zufahrt führt über Schotterpisten. Als wir im Dorf ankamen, tanzten die Leute barfuss auf dem sandigen Boden. Alle sangen und lachten und die Bierdosen und auch die Joints machten die Runde. Als wir bei unserem Stellplatz angekommen sind, waren wir doch etwas überrascht. Der Besitzer, ein Rasta, lag besoffen auf dem Liegestuhl. Der Mitarbeiter, ein Mexikaner lag ebenfalls sturzbetrunken auf dem sandigen Boden. Die Besitzerin, eine Dame aus New York, war dem Marihuana sichtlich nicht abgeneigt und schwebte förmlich auf uns zu. Es gab weder fliessendes Wasser im Dorf, für vier Stunden Strom am Abend und die einzige Toilette war im gleichen Zimmer, in dem der Mexikaner schlief. Leider gab es nicht mal eine Türe, die die Toilettenschüssel von seinem Bett trennte. Kurz gesagt: man verrichtet sein Geschäft ohne Trennwand zwei Meter neben seinem Bett! Der Preis war eindeutig zu hoch und es fehlte eigentlich an Allem…. wir beschlossen dennoch, dort zu übernachten….hey es war schliesslich Weihnachten!

Am Abend spielte eine Band direkt am Meer, 200 Meter neben unserem Standplatz. Barbara und die Besitzerin wollten ein paar Drinks zu sich nehmen, etwas tanzen und feiern. René wollte lieber sein neues, spannendes Buch fertig lesen. Barbara kam nach einer Stunde wieder zurück…….die Band war bereits auf der Bühne, als der Sänger dem Publikum mitteilte, er und die Band müsse noch kurz etwas zu „Rauchen“ organisieren. Die ganze Band tauchte an diesem Abend nicht mehr auf……

Der nächste Morgen war schlimm. Wir verrichteten unser Geschäft neben dem immer noch betrunkenen Mexikaner, packten unsere sieben Sachen und fuhren gegen 09.00 durchs Dorf, Richtung Hauptstrasse. Was wir da sahen, sahen wir noch nie. Die Sandstrassen waren überfüllt von liegenden, schnarchenden Menschen. Die Leute waren so was von betrunken und zugekifft, dass diese gleich an Ort und Stelle schliefen. Wir mussten wirklich Slalom fahren um niemanden zu überfahren. Der Aspirin-Lieferant machte wahrscheinlich sein Geschäft des Jahres

Schnorcheltour ins Hol Chan Marine Reserve, Shark Ray Alley und zum Coral Garden haben wir ebenfalls unternommen. Wir waren enttäuscht. Das rote Meer ist einfach nicht zu toppen. Das rote Meer ist in der Farbe und der Tiervielfalt um einiges schöner und interessanter.

Tipps: alle Preise in US Dollar.

< Laundry Belize Dry Cleaners. Guter Waschsalon. Freundliches Personal, sauber und gepflegt. Wir brachten rund 12 kg Wäsche morgens um 10.00, holten die gewaschenen Kleider nachmittags um 15.00 wieder ab. Kosten $ 8.50. N17.49407, W88.19453.

< Belize Zoo. Ein Muss für den Touristen. Gut gepflegter Zoo mit vielen einheimischen Tieren, wie Jaguar, Panther Tapir usw. $ 15.00 pro Person.

< Dorf Hopkins. Tolle Atmosphäre, sehr gute Pizzeria Driftwood, N16.87394, W88.28743.

< Dorf Placencia. Hat uns nicht so gut gefallen wie das Dorf Hopkins. Aber die Strecke der Landzunge entlang ist schön. Ebenfalls schön war, einen Schweizer zu treffen. Er führt mit seiner Familie eine kleine Bäckerei. Leicht zu finden, ansonsten jemanden nach dem „Swiss guy“ fragen. Vielen Dank Sam für die vielen guten Reisetipps. Wir wünschen euch alles Gute!

< Chinesen Fast Food Restaurants. Sehr gut und günstig. Wir haben in Belize fast nur chinesisch gegessen…

< Die Besitzer von Old Belize Cucumber Beach Marina organisieren ebenfalls eine Schnorchel oder Tauchtour. Nicht teurer als wenn man in der Stadt bucht. Der grosse Vorteil ist, man wird direkt am Beach Marina RV Park abgeholt und wieder hingebracht.

Empfehlenswerte Übernachtungsmöglichkeiten:

< Belize City, eigentlich „Old Belize“. Cucumber Beach Marina. Toller Platz, keine Mücken, gepflegte Toiletten, warme Duschen, schnelles Internet. Wir haben den Platz als Stützpunkt gebraucht. N17.47354, W88.25011 $ 7.50.

< Tropical Education Center.Teuer, aber gut gelegen. 2 Kilometer vom Zoo entfernt. Viele Mücken, da im Dschungel. Gute sanitäre Einrichtung, Internet im Office. N17.35914, W88.54323. $ 18.00.

< Placencia: The Moorings Marina. Ein kleiner Hafen mit sanitären Anlagen. Aber teuer! $ 22.00. N 16.55705, W88.36503.

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Die erste Übernachtungsmöglichkeit fiel buchstäblich ins Wasser….

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Wir sind soeben eingetroffen. Belize hat rund 2900 km Strasse, davon aber nur 500 km geteert…..!

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Wir suchen den richtigen Bus…nicht immer einfach zu finden!

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Termiten sind wie die Mücken, überall!

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Wir wandern mit einer Führerin 1 Stunde durch den Wald. Affen sehen wir keine….aber dafür sind wir wieder mit Mückenstichen übersät.

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Die Geier räumen auf

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Unser Stützpunkt in Old Belize

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Wo soll man da noch ausweichen?

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Barbara probiert das Nationalgericht „Rice and Beans“

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Nach einer langen Fahrt muss René wiedermal prüfen ob eine weiterfahrt möglich ist

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Mit 4×4, Untersetzung und Differentialsperre kommen wir da durch…

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Sam mit seiner Familie und dem Swiss Café mit eigener Jura-Kaffeemaschine!

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Jeden Samstag wird der Abfall im Vorgarten verbrannt….

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China Take Away….schmeckt lecker, ist aber manchmal wohl besser, man weiss nicht genau wie die Küche aussieht!

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